Wirkungstag-Studie: Das Büro ist wahres Social Media
(Anmerkung: Der folgende Text wurde von w&v (TV-Wirkungstag: “Fernsehen ist wahres Social Media”) übernommen. Also fast, wir haben “Fernseher” durch “Büro” getauscht. Und vielen Dank an Ralf Schwartz, der uns dazu inspirierte.)
Herr Rüsing, Das Büro ist das wahre Social Media – zu diesem Schluss kommt ihre Studie. Das müssen Sie erklären
Alle reden von Social Media und meinen soziale Netzwerke, Blogs und andere Webmedien. Doch im Verlauf unserer Studie fragten wir uns immer mehr: Ist das Büro nicht das wahre Social Media? Zum einen konnten wir feststellen, dass das Büro im Vergleich das Medium ist, welches am häufigsten gemeinsam genutzt wird. Egal, welche Altersgruppe wir uns anschauen. Zum anderen zeigten aber auch unsere Beobachtungen und Interviews in den Haushalten: Büros bringt nicht nur enge soziale Gruppen wie Familien zusammen, sondern im großen Maße auch Freunde und Bekannte. Und selbst in Singlehaushalten arbeiten noch knapp sechzig Prozent mindestens einmal die Woche mit anderen zusammen im Büro.
Was bewegt die Menschen, sich gemeinsam im Büro zu versammeln?
Mag auch die Vorstellung von der Welt moderner und die technischen Büros immer ausgereifter werden: Grundlegende emotionale und soziale Bedürfnisse wirken unvermindert fort. Zum Beispiel Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Zusammenhalt. Diese Bedürfnisse können hervorragend und unaufwändig im Büro ausgelebt werden. In diesen gemeinsamen Büro-Momenten werden die Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Geborgenheit und Selbstvergewisserung gestärkt und aktualisiert. Und zwar durch tatsächliche Anwesenheit. Obwohl natürlich auch einige während und zum laufenden Büroalltag chatten oder netzwerken – eine moderne Form des gemeinsamen Büros. Dadurch findet eine Intensivierung des Gefühlserlebnisses statt. Dies ist auch der Hauptgrund, den die Befragten für das gemeinsame Büro angeben. Zugleich schafft das gemeinsame Büro auch eine Art „Quasi-Work-Erlebnis“. Es kommt zu einer Aufwertung und Intensivierung der Büro-Situation. Man trifft sich, arbeitet vorher, tauscht sich über andere Agenturen aus, lacht, weint oder lästert miteinander. An dieser Stelle auch die gute Nachricht an alle klassischen Büros: Ihr werdet noch immer gebraucht! Mehr als 80 Prozent unserer Befragten sagten, dass sie das traditionellen Büro genauso häufig oder häufiger zum Arbeiten nutzen werden. Warum? Weil der soziale Aspekt des Büros eben unvermindert wichtig bleibt.
Wie ändert sich die Büro-Nutzung durch neue Geräte wie Smartphone und Tablet-PC?
Neue mobile Büros erzeugen auch neue Nutzungssituationen. Man wird mobiler und das Büro wird noch stärker zu einem Alltagsbegleiter, das man immer dabei hat. Die Möglichkeit, auf der Zugfahrt die Arbeit anzuschauen, finden viele schon sehr verlockend. Natürlich können sich durch neue Nutzungssituationen auch Räume für neue Büros ergeben: zum Beispiel portable Büros für den kurzen Weg zur Arbeit. Die Befragten schätzen, dass alle Büros – stationäre ebenso wie mobile – genauso wichtig bleiben oder sogar wichtiger werden. Das Büro bleibt also generell wichtig, völlig unabhängig vom Gerät.
Wie stellt sich das Büro-Erlebnis auf diesen Geräten dar?
Auch die neuen mobilen Büros müssen sich mit den relativ stabilen Bedürfnissen der Nutzer auseinandersetzen: Das Büro ist ein Lean-Back-Medium. Entspannung ist das Motiv, bei dem sich das Büro am stärksten von allen anderen Medien unterscheidet. Auch dieses Bedürfnis muss das mobile Büro-Erlebnis zukünftig erfüllen können – nur eben in veränderten Nutzungssituationen. Also, egal ob stationär oder mobil: Die Mitarbeiter wollen vom Büro auch verführt werden. Sie wollen sich zurücklehnen können. Sie wollen in einer hyperaktiven Welt auch passiv sein dürfen.







