
Re: So you’re looking for an alternative to Photoshop?
Wieso wir in der Kirche Gott-Tools in Frage stellen

Gute Nachrichten: Wir haben unsere Suche aufgegeben. Anstatt eines Schweizer Taschenmessers, das alle Abläufe bestens abbildet, realisieren wir unsere Workflows lieber mit vielen kleinen Tools. Umständlich? Nö! Unser technischer Konzepter und digitaler Springinsfeld Jan erklärt, wie das funktioniert:
Wer Marcels Artikel über die Suche nach der perfekten Photoshop-Alternative liest, dem fällt nach ungefähr dreiviertel des Textes auf, dass irgendetwas schief läuft. Suites, die „alles“ können, konkurrierende Feature-Kolosse und Software, mit der man „halt schneller ist“.
Vor kurzem analysierten wir für eine Facebook-Seite das Stimmungsbild in 6.000 User-Kommentaren. Zunächst hat Malte die Kommentare mit einem selbstgebautem Tool als JSON-Datei exportiert. Daraufhin habe ich den Datensatz mit einem Python-Script bereinigt. Also Umlaute, Sonderzeichen und so weiter gefixt. Dann haben wir die überarbeitete Datei hier in eine CSV-Datei konvertiert. Diese Datei konnten wir dann in ein Google Spreadsheet importieren. Das Spreadsheet diente als vorläufige Datenbank bevor die Daten später in Excel und andere Programme exportiert wurden.
Auch wenn das wie ein Hack klingt, ist es eigentlich ein sehr angenehmer Workflow: Wir atomisieren Tasks und delegieren die einzelnen Schritte dann an verschiedene Single-Purpose-Tools. Zwischen jedem Schritt entstanden hochflexible Plain-Text-Files und die Kommandozeile war der Eckpfeiler zwischen den einzelnen Tasks. Die Möglichkeit, schnell eine „One-Off“-Lösung für akute Probleme zu scripten, sparte uns – und indirekt dann auch dem Kunden – Stunden.
»The time has come to reject expensive consumer and prosumer software that hinders the extensibility of digital discourse and limits digital production literacy to programs and file formats that are destined for disruptive upgrades or obsolescence.«
— Lo-Fi Manifesto
Wenn wir jetzt wieder zurück zu Photoshop springen, wird klar, dass wir nicht eine Alternative suchen, sondern mehrere. Kleine Tools, die ihre Aufgabe gut machen und deren Output und Code offen und wiederverwertbar ist. Photoshop darf in diesem System gerne die Kommandozeile darstellen, aber die Tools sollten von Designern und Entwicklern gepflegt werden. Der Task „Photoshop“ muss atomisierbar, die Software sekundär werden.
Und jetzt könnte man auch gleich mal überlegen, ob sich diese Erkenntnisse auf Social Media übertragen lassen. Vergleicht man straff durchkonzipierte, wenig flexible Kampagnen mit den allmächtigen Suites, stellt sich die Frage: Können kleine Tools, die gut ineinander greifen, größeren Erfolg erzielen? Wenn der Output dann kreative Wiederverwendung und Kombination – Bricolage erwünscht! – erlaubt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Marke X in meinen Workflow „Alltag“ passt, viel größer. Mal gucken.
#übrigens …
Pablo fährt heute Kanu und Kathrin kommt vielleicht vorbei. Chris auch. Falls er einen Parktplatz findet.
elbdudler der Woche

Die Hoffnung auf eine Gesellschaft voller mündiger Individuen. Klingt irgendwie hippiemäßig. Und doch hat unser Geschäftsführer Schrägstrich Hausmeister Julian aus diesem Antrieb heraus nach seinem erfolgreich abgebrochenen Studium ein Unternehmen gegründet, in dem derzeit 35 zufriedene Mitarbeiter eigenverantwortlich sinnvolle Entscheidungen für Kunden, ihre Teams und sich selbst treffen. Während wir also täglich kommen und gehen wann wir wollen, arbeitet Juli wahlweise mal für alle, mal für keinen unserer Kunden.
Nebenbei zeichnet er in Meetings mit lustigen Namen in bester Erklärbär-Manier Zahlenwirrwarr an unser Whiteboard oder liegt im Sonntagsanzug unter der Spüle, um die Kaffeemaschine zu reparieren. Außerdem kokettiert der ambitionierte Veganer regelmäßig damit, Schwabe zu sein. Das würde sowohl seine bescheidene und pragmatische Art als auch die Fähigkeit, für alles eine Lösung parat zu haben, begründen. Nur wann er das nächste mal zum Sport geht, das weiß er jetzt auch nicht.
- Vor elbdudler: Student, freier Webentwickler
- Superkräfte: Die Hälfte seines Körpergewichts in einer Mahlzeit essen
- Lieblingszitat: „Danke, nächste Gruppe! “ (Unbekannter Professor der TU Hamburg-Harburg)
- Im Netz: twitter.com/sinnprovinz
Jan, Timo und Christopher klopfen sich gegenseitig für das reibungslose Projektmanagement und den optimierten Workflow bei der Erstellung der Flaschenpost auf die Schulter und danken Insa für das Foto.





